Hammer

Hammer, früher auch Neu oder Klein Költschen, war ein Dorf mit Gut im neumärkischen Landkreis Oststernberg. Zu Hammer gehören die Vorwerke Hammerhof (das eigentliche adelige Gut des Ortes, welches einige hundert Schritte vom Dorf entfernt lag), Schalm und Stubbenhagen (adeliges Gut und Enterprise), sowie die Kolonien Ernestinenberg, Hammerscher Busch. Kirchlich waren die Orte Altona und Reizenstein zu Hammer eingepfarrt. Hammer war eine Filiale der Mutterkirche in Költschen.
Heute heißt die Gemeinde Rudnica und liegt im polnischen Landkreis Sulęciński. H. liegt ca. 24 Kilometer südlich von Landsberg an der Warthe entfernt. Zu Hammer gehöhrten die Kolonien Lossow, Altona, Ernestinenburg und Weihenwerder.
1915 wurde die Kleinbahnstrecke Hammer Kriescht fertiggestellt. Damit war Hammer auch an die Staatsbahn Landsberg/Warthe-Reppen angeschlossen.

Geschichte

1538 wird Hammer erstmalig erwähnt.

Einwohner

1580 bestand Hammer, neben dem Hammerhaus, aus drei Häusern. 1601 lebten in Hammer bereits 36 Kossäten und 3 Hirten. 1662 waren allerdings nur noch 19 Kossäten bewohnt. Mit der Urbarmachung des Warthebruchs gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann Hammer gräftig zu wachsen. Anfang des 19. Jahrhunderts lebte 291 Menschen in Hammer, davon 28 Ganzkossäten, 11 Einlieger und 2 Förster.

Wirtschaft

Der Sternberger Kreis verfügte über viel Eisenerz. Dieses konnte sehr leicht gewonnen werden, da es sich um sogenannten Raseneisenstein handelte. Dieser befindet sich direkt unter der Rasensode und kann daher leicht mit Spaten und Hacke gefördert werden.
Die Namen "Hammer", "Hammerfließ" und "Hammermühle" deuten in der Regel auf Eisenhütten hin. Zusätzlich verfügte Hammer über 2.000 Morgen Holz.
Hammer verfügte über zwei Wassermühlen, eine Schneidemühle, eine Schmiede, eine Ziegellei und einen Teerofen. Eine Wassermühle befand sich in der Nähe von Oegnitz.
In der Nähe des Dorfes lag auch die Hammersche Glashütte, sowie eine Meile entfernt der Hammersche Busch.

Quelle:
H. Cramer: Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg - Erstes Heft (1872, S. 127
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (1968, S. 281)
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (1984. S. 80-81)