Der Brenkenhoffkanal - Hauptabzugskanal im Kreis Oststernberg

Der Brenkenhoff-Kanal enstpringt dem Bestien-See südlich von Altensorge und fließt von dort über Altensorge, Räuberberge bei Dechsel, Karlsthal, Eulamerbruch, Rodenthal, Derschau/Leopoldsfahrt, Hammer, Költschen, Scheiblersburg, Streitwalde und Stuttgardt nach Kriescht.
In Kriescht mündet der Brenkenhoff-Kanal in den Postum-Kanal.

Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff

Brenkenhoff wurde am 15.04.1723 in Reideburg bei Halle geboren und verstarb am 21.05.1780 in Karzig (Kr. Soldin) in der Neumark. In erster Ehe war er mit Luise von Bergen verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn (Leopold). Sein Sohn ging mit ihm nach Preußen sie blieb in Dessau. Nach der Scheidung heiratete von Brenkenhoff am 04.04.1776 Gottliebe Elisabeth von Papstein. Mit ihr hatte er zwei Töchter, Francisca Karoline Philippine Elisabeth und Leopoldine Friederike Eleonora Gottliebe.

Als 15jähriger trat er als Page in den Dienst von Fürst Leopold von Anhalt-Dessau ein, der nach dem frühen Tod der Eltern die Erziehung übernahm.
Auf seine geringe Schulbildung aufbauend, lernte er von seinem Lehrer, einem ehemaligen preußischen Wasserbaumeister, das Messen und Nivellieren. Der Fürst selbst setzte seinen erzieherischen Schwerpunkt auf die Landwirtschaft und die Finanzverwaltung. Von Brenkenhoff machte hierbei solche Forschritte, dass er zur rechten Hand von Fürst Leopold wurde und diesen als Adjutanten im schlesischen Krieg begleitete. Nach dem Frieden war er 1745 als Oberstallmeister und nach dem Tod des "alten Dessauers" als Kammerdirektor unter dem Fürsten Maximilian tätig.

Im dritten schlesischem Krieg, dem siebenjährigen, kam von Brenkenhoff zu einem beträchtlichen Vermögen durch Korn- und Pferdelieferungen an die preußische Armee. Die Anerkennung als Musterwirt vediente er sich durch die Bewirtschaftung eines eigenen Pachtgutes. Er war im Inland, wie im Ausland ein bekannter und geschätzer Mann.
Letztlich diente er 18 Jahre unter Friedrich den Großen. Als geheimer Ober-Finanz-, Kriegs- und Domainenrat war er unter anderem für die Urbarmachung des Warthebruchs zuständig.
1776 wurde er nach Pommern berufen um dort ebenfalls Meliorationsaufgaben zu übernehmen. Die Leitung im Wartheburch wurde dem Kammerpräsidenten Grafen von Logau übertragen.

Zum Ende seiner Tätigkeit, von Brenkenhoff war bereits schwer an Asthma erkrankt, kam es zu finanziellen Unregelmäßigkeiten. Die vom König angewiesenen Gelder für den Brombergschen Kanal hatte von Brenkenhoff teils privat verwendet. Am Tag seines Todes diktierte er einen Brief an den König, in dem er um "Gnade, nicht um Recht" bat und erklärte, dass er aus "patriotischem Eifer" viele kostspielige Landesverbesserungen durchsetzt hätte, die er mit seinem eigenen Verögen beglichen habe. Nach dem Ableben von Brenkenhoff lies der König die Meliorations-Gelder-Kassen revidieren und einen ordentlichen Abschluss erstellen. Dabei trat ein Schaden in Höhe von 119.294 Talern, 22 Groschen und 8 Pfennig zu Tage. Der König befahl die sofortige Eintreibung der Summe bei den Erben. Gesandte wurden ausgeschickt um sämtliche Gutseinkünfte an die Erben zu kappen, sowie Briefsachen, Dokumente und Papiere, Wechsel, Schuldverschreibungen, Bargeld und wertvolle Gegenstände in Beschlag zu nehmen.
Die Vermögensbewertung fielen unterschiedlich hoch aus, in allen Fällen war das freiwerdende Vermögen höher als der von ihm verursachte Schade. Die Ehefrau und die Kinder hätten mit einem restlichen Vermögen von ca. 70.000 Talern rechen können, wenn nicht noch weitere Gläubiger vorhanden gewesen wären. Diese mussten zweitrangig nach dem König bedient werden.

Auf der anderen Seite war von Brenkenhoff auch ein sehr aktiver Geldgeber. Im gehöhrten die neumärkischen Güter Breitenwerder, Lichtenau und Roßwiese und in Pommern Schwentz, Cosemühl, Brenkenhoffsthal, Papsteinthal, sowie kleinere Gutsanteile in Cose, Klein Rackitt, Lessacken und Schwante.

Quelle:
Berg, Richard: Der Brenkenhoffsche Defekt. In: Forschung zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte (1898, 1. Bd. 2. Hälfte S. 193-225)
Leopold Freiherr von Zedlitz: Neues preussisches Adels-Lexicon oder genealogische un diplomatische Nachrichten (Leipzig, 1836 1. Bd. A-D, S. 307f)
Meißner, August Gottlieb: Leben Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhof (Leipzig, 1782)