Streitwalde

Kirche

Streitwalde war eine Gemeinde im neumärkischen Landkreis Oststernberg. Heute heißt die Gemeinde Łukomin und liegt im polnischen Landkreis Sulęciński. Streitwalde liegt ca. 44 Kilomenter östlich von Küstrin und ca. 29 Kilometer südwestlich von Landsberg an der Warthe entfernt.

Geschichte

1770/1771 ursprünglich als Kolonie Friedrichsburg angelgt aber auf Grund von Streitigkeiten zwischen der Költschener Gemeinde und der Herrschaft in Neuwalde um das Bruch in Streitwalde umbenannt.

Streitwalde soll ursprünglich aus zwei Kolonien bestanden haben - Karlsruhe und Sabinenhof. Beiden Kolonien sollen zeitgleich wie Scheiblersburg entstanden sein, wobei die Schule und der Krichhof zur Kolonie Sabinenhof gehört haben sollen. Die ersten Amtshandlungen von Sabinenhof (31.07.1771) und Karlsruhe (21.09.1771) wurden im Költschener Kirchenbuch vermerkt. Die Namensgebung zu Streitwalde kann zeitlich nicht genau taxiert werden. Zum Todeszeitpunkt des Grundherrn v. Waldow (13.07.1782) war bereits von Streitwalde die Rede. Weitere Hinweise lieferte allerdings der Titel des Streitwalder Kirchenbuches. Dort hatte der Prediger Johann David Großer (1775-1809 Prediger in Költschen) neben dem Titel "Sabinenhoefer und Karlsruher Kirchenbuch angefangen 1775" den folgenden Zusatz angebracht "1788 erhielten beide Kolonien den Namen Streitwalde, wozu auch Beatenwalde gehört".
Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte S. der v. der Osten.

Im Unterschied zu anderen Kolonien, wurden hier keine Kolonisten durch den König angesetzt. Im Kirchenbuch von Scheiblersburg wurden die Besitzer als Grosshüfner bezeichnet.

Einwohner

Die Kolonie war ursprünglich für 30 Stellen zu je 40 Morgen vorgesehen. 1778 waren fast alle Stellen (29 Familien - bestehend aus 149 Einwohnern) besetzt. Diese brachten ein Vermögen von 854 Reichstaler, 29 Pferde und 109 Rinder mit. 1785 waren es 31 Wirte und 1809 wohnten insgesamt 81 Einwohner in Streitwalde. Mitte des 19 Jahrhunderts gehörten 6 Kolonistenstellen zum Rittergut Königswalde.

Lt. der Volkszählung vom 01.12.1910 lebte 194 und vom 16.06.1925 237 Personen in S.

Quelle:
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (1984. S. 239-240)
Zuverlässige Nachrichten von wichtigen Landes- und Wirtschafts-Verbesserungen - Erster Band" (Stettin, 1778)
Ost-Sternberger Heimat-Kalender (1932. S. 111-113)
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (1968, S. 292)
Heimatkalender Oststernberg (1927, S. 33)