Hammer

Hammer, früher auch Neu oder Klein Költschen, war ein Dorf mit Gut im neumärkischen Landkreis Oststernberg. Heute heißt die Gemeinde Rudnica und liegt im polnischen Landkreis Sulęciński. Hammer liegt ca. 24 Kilometer südlich von Landsberg an der Warthe entfernt.
Hammer wurde als Haufendorf in Form eines sechsstrahligen Sterns angelegt. Ein Haufendorf zeichnet sich durch eine unplanmäßige Anlage aus. D.h. es ist zwar ein geschlossen bebautes Dorf, verfügt aber über eine Vielzahl unterschiedlicher Grundstücksgrundrisse.
Der Ort war überwiegend mit eingeschossigen, meist verputzten Fachwerkhäusern bebaut. Am Fließ befand sich die Mühle mit einem zweigeschossigen Wohnhaus in Fachwerk.

Seit 1770 entstand nordöstlich von Hammer der Ortsteil Altona.

Quelle:
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (Berlin 1809, S. 281)
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (Westfalen 1984, S. 80-81)
Wikipedia Artikel Dorf (besucht am 13.12.2018)

Geschichte

Der Ort scheint seit 1538 zu existieren, als Orts- bzw. Gutsname wird er allerdings erst 1724 erwähnt.

1580 verkauft Wolf von Waldow zu Königswalde den Hammer inklusive die bei dem Hammerhause befindlichen Häuser und einen Garten an Tobias Bschorn. Dieser hat damit auch das Recht zum Graben nach Eisenstein erworben.

1775 wird das adelige Dorf Hammer als "Filia von Költschen" genannt, um 1800 als Dorf und Gut des Majors von Reitzenstein. Zum Besitz des Majors gehört ausserdem das Vorwerk Hammerhof, welches eigentlich das adelige Gut des Ortes ist, die Kolonie Hammersche Busch und die Hammersche Glashütte.

Quelle:
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (Berlin 1809, S. 281)
Büsching, D. Anton Friderich: Vollständige Topographie der Mark Brandenburg (Berlin 1775)
Wohlbrück, Siegmund Wilhelm: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens (Berlin 1832, 3. Bd. S. 491)

Einwohner

1580 bestand Hammer, neben dem Hammerhaus, aus drei Häusern. 1601 lebten in Hammer bereits 36 Kossäten und 3 Hirten. 1662 waren allerdings nur noch 19 Kossäten bewohnt. Mit der Urbarmachung des Warthebruchs gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann Hammer gräftig zu wachsen. Anfang des 19. Jahrhunderts lebte 291 Menschen in Hammer, davon 28 Ganzkossäten, 11 Einlieger und 2 Förster.

Um 1800 wohnten in Hammer 291 Einwohner. Lt. der Volkszählung vom 02.12.1895 lebten 1.270 Personen in 128 Wohnhäusern in Hammer. Unter den 1.270 Einwohnern hatten 1.263 das evangelische, 4 das katholische und 3 das jüdische Glaubensbekenntnis.

Quelle:
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (Berlin 1809, S. 281)
Gemeindelexikon für das Königreich Preußen: auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (Westfalen 1984, S. 80)

Wirtschaft

Der Sternberger Kreis verfügte über viel Eisenerz. Dieses konnte sehr leicht gewonnen werden, da es sich um sogenannten Raseneisenstein handelte. Dieser befindet sich direkt unter der Rasensode und kann daher leicht mit Spaten und Hacke gefördert werden.
Die Namen "Hammer", "Hammerfließ" und "Hammermühle" deuten in der Regel auf Eisenhütten hin. Zusätzlich verfügte Hammer über 2.000 Morgen Holz.
Um 1800 verfügte Hammer über zwei Wassermühlen, eine Schneidemühle, eine Schmiede, eine Ziegellei und einen Teerofen. Eine Wassermühle befand sich in der Nähe von Oegnitz.
In der Nähe des Dorfes lag auch die Hammersche Glashütte, sowie eine Meile entfernt der Hammersche Busch.

Quelle:
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (Berlin 1809, S. 281)
Cramer, H.: Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg - Erstes Heft (Halle a./S. 1872, S. 127)

Evangelische Kirche in Hammer

Ev. Kirche in Hammer
Ev. Kirche in Hammer (Quelle: G.Meyer, 2012)

Hammer war eine der Tocherkirchen von Költschen.
Die Kirche befindet sich am Nordenede des Dorfes und stammt aus dem Jahr 1910.
Vor der Kirche befand sich ein Grabstein für Johann Ludwig Martini (1751 bis 1798[?]) und zwei gußeiserne Grabkreuze für den Mühlenmeister Gott. Barsch (1734 bis 1789) und Louise Barsch (1744 bis 1828).

Quelle:
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (Westfalen 1984, S. 80-81)