Neuwalde

Neuwalde war eine Gemeinde im neumärkischen Landkreis Oststernberg.

Der Ort bestand großteils aus Backsteinhäusern die sich entlang der Dorfstrasse befanden. Das Gutshaus mit Park entstand Ende des 19. Jahrhunderts.
Der Ortsteil Birklauch bestand aus kleinen Gehöften östlich der Strasse.

Standesamt Neuwalde
Standesamt Neuwalde (1925)

1905 war Neuwalde das zuständige Standesamt für die Orte Dammbusch, Költschen und Neuwalde.

Heute heißt die Gemeinde Brzozowa und liegt im polnischen Landkreis Sulęciński. Neuwalde liegt ca. 44 Kilometer östlich von Küstrin und ca. 25 Kilometer südwestlich von Landsberg an der Warthe entfernt.


Quelle:
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (Westfalen 1984, S. 152-153)

Geschichte

Neuwalde war kein typisches Kolonistendorf. Der Ort wurde wahrscheinlich bereits im 15. Jahrhundert angelgt. Neuwalde wird in den Lehensakten von 1587 bereits als Gut genannt. Zwischen 1589 und 1601 werden die dort befindlichen 4 Hufen als schoßbar, bzw. als Ritterhufen bezeichnet.
Ursprünglich der Familie v. Waldow gehörig, ging Neuwalde 1782 an die Familie v. der Osten, 1804 an v. Rüchelschen und 1830 in Koskyschem Besitz über.

1775 wird das adelige Dorf Neuwalde als "Filia von Költschen" genannt.

1785 gehörten zum Gut die Vorwerke Treplin, Görpel, die Kolonie Streitwalde, Scheiblersburg, Beatenwalde und Anteile an Cocceji und Költschen.

1800 wird der Ort als Dorf und Gut genannt.

1840 besteht Neuwalde aus dem Dorf selbst, einem Vorwerk und einem Rittergut, welches der Familie Kosky gehört.

1922 wurde die örtliche Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1932 hatte diese 19 Mitglieder und verfügte über eine Handdrück-Spritze und einen 100 Meter langen C-Schlauch. Hr. Hemmerling war der Feuerwehr-Oberführer.

Quelle:
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (Berlin 1809, S. 287)
Büsching, D. Anton Friderich: Vollständige Topographie der Mark Brandenburg (Berlin 1775)
Heimatkalender Oststernberg (1932 S. 37)
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (Westfalen 1984, S. 152-153)
Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O. (Frankfurt a. d. O., 1844, S. 228)

Einwohner

Einwohner von Neuwalde

In Neuwalde lebten hauptsächlich Personen mit evanglischer Konfession. Nur sehr wenig katholisch getaufte Personen waren auch im Ort vertreten.

Im Gutsbezirk Neuwalde lebten 1910 103 und 1925 97 Personen.

Quelle:
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (Berlin 1809, S. 287)
Gemeindelexikon für das Königreich Preußen: auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen
Gemeindelexikon für das Königreich Preußen: auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen
Gemeindelexikon für das Königreich Preußen: auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen
Heimatkalender Oststernberg (1927, S. 33)
Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O. (Frankfurt a. d. O., 1844)

Wirtschaft

1718 ist ein mittelmäßige Acker in 3 Felder geteilt, welcher zum Teil sandig ist. Auf einer Kossätenhufe wurden 10 Scheffel Roggen, 3 Scheffel Gerste, 1 1/2 Scheffel Hafer, 1/2 Scheffel Wicken, 1/2 Metzen Hirse ausgesät.
Der Heugwinn betrug 5-6 Fuder.
Die Weide und Viehzucht war ebenfalls mittelmäßig. Auf einer Kossätenhufe betrug der Viehstand 2 Ochsen, 4 Rinder, 3 Schweine.
Neuwalde verfügt über genügend Brennholz. Der Krüger verschänkt 12 Tonnen Bier im Jahr.

1800 verfügt der Ort über eine Schmiede.

Quelle:
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (1809, S. 287)
Schwartz, Paul: Die Klassifikation von 1718/19. In: Die Neumark. Jahrbuch des Vereins für die Geschichte der Neumark (1928, Heft 5 S. 43)