Streitwalde

Streitwalde war eine Gemeinde im neumärkischen Landkreis Oststernberg.

Heute heißt die Gemeinde Łukomin und liegt im polnischen Landkreis Sulęciński. Streitwalde liegt ca. 44 Kilomenter östlich von Küstrin und ca. 29 Kilometer südwestlich von Landsberg an der Warthe entfernt.

Der Ort bestand aus verstreut liegenden Gehöften auf denen teilweise Fachwerkhäuser mit Stroh bedeckt standen. Ställe und Scheunen waren voneinander getrennt.

Die Namensgebung zu Streitwalde kann zeitlich nicht genau taxiert werden. Zum Todeszeitpunkt des Grundherrn v. Waldow (13.07.1782) war bereits von Streitwalde die Rede. Weitere Hinweise lieferte allerdings der Titel des Streitwalder Kirchenbuches. Dort hatte der Prediger Johann David Großer (1775-1809 Prediger in Költschen) neben dem Titel "Sabinenhoefer und Karlsruher Kirchenbuch angefangen 1775" den folgenden Zusatz angebracht "1788 erhielten beide Kolonien den Namen Streitwalde, wozu auch Beatenwalde gehört".

Quelle:
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (Westfalen 1984. S. 239)
Ost-Sternberger Heimat-Kalender (1932. S. 111-113)

Geschichte

1770/1771 ursprünglich als Kolonie Friedrichsburg auf Neuwalder Terretorium angelgt aber auf Grund von Streitigkeiten zwischen der Költschener Gemeinde und der Herrschaft in Neuwalde um das Bruch in Streitwalde umbenannt.
Streitwalde wird 1775 als adeliges Dorf genannt.

1809 gehörte Streitwalde v. der Osten. 6 Kolonistenstellen gehörten in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Rittergut Königswalde.


Die Kolonistengrundstücke waren grundsätzlich wie die von Scheiblersburg angelegt, waren aber sehr viel größer. Die Grundstücke zogen sich überwiegend länglich vom Warthewall in Richtung Brenkenhoff-Kanal. Der Kanal bildete jeweils die Grundstücksgrenze.

Im Unterschied zu anderen Kolonien, wurden hier keine Kolonisten durch den König angesetzt. Im Kirchenbuch von Scheiblersburg wurden die Besitzer als Grosshüfner bezeichnet.

Quelle:
Büsching, D. Anton Friderich: Vollständige Topographie der Mark Brandenburg (Berlin 1775)
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Allg. Kartensammlung, Signatur XI. HA, F 53431
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (Westfalen 1984. S. 239)
Ost-Sternberger Heimat-Kalender (1932. S. 111-113)

Einwohner Streitwalde

Die Kolonie war ursprünglich für 30 Stellen zu je 40 Morgen vorgesehen. 1778 waren fast alle Stellen (29 Familien - bestehend aus 149 Einwohnern) besetzt. Diese brachten ein Vermögen von 854 Reichstaler, 29 Pferde und 109 Rinder mit. 1785 waren es 31 Wirte und 1809 wohnten insgesamt 81 Einwohner in Streitwalde. Mitte des 19 Jahrhunderts gehörten 6 Kolonistenstellen zum Rittergut Königswalde.

Lt. der Volkszählung vom 02.12.1895 lebten 317 Personen (alle mit dem evangelischen Religionsbekenntnis) in 48 Wohnhäusern. Lt. der Volkszählung vom 01.12.1910 lebte 194 und vom 16.06.1925 237 Personen in S.

Quelle:
Gemeindelexikon für das Königreich Preußen: auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen
Heimatkalender Oststernberg (1927, S. 33)
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (1984. S. 239)
Zuverlässige Nachrichten von wichtigen Landes- und Wirtschafts-Verbesserungen - Erster Band" (Stettin 1778, S. 185-186)

Einwohner Beatenwalde

Lt. der Volkszählung vom 02.12.1895 lebten 317 Personen (alle mit dem evangelischen Religionsbekenntnis) in 28 Wohnhäusern in Beatenwalde.

Quelle:
Gemeindelexikon für das Königreich Preußen: auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen

Evangelische Kirche in Streitwalde

Ev. Kirche in Streitwalde
Ev. Kirche in Streitwalde (Quelle: G.Meyer)

Der Ort erhielt 1776 ein Bethaus welches 1900 durch einen Neubau ersetzt wurde. Das Bethaus wurde ebenfalls vom naheliegenden Beatenwalde genutzt. Streitwalde selbst war eine Tochterkriche von Költschen.











Quelle:
Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg, Bd. 3 (1809, S. 292)
Kubach, Hans Erich: Die Kunstdenkmäler des Kreises Oststernberg (1984. S. 239-240)